Ein Interview mit Lorenzo Delesgues, Leiter von Integrity Watch Afghanistan (IWA), über die neu entdeckten Rohstoffvorkommen in Afghanistan
KRIUM: Wurden Sie von den Meldungen über die enormen Rohstoffvorkommen in Afghanistan im Juni dieses Jahres überrascht?
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Nach den mageren Ergebnissen der Klimaverhandlungen von Kopenhagen scheint die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 2°C kaum noch realistisch. Die möglichen Konsequenzen wurden in den vergangen Jahren von vielen Autoren als dramatisch bezeichnet. Vom 21. bis 24. Juni beschäftigten sich auf der Konferenz „Climate Change and Security“ der Norwegischen Akademie der Wissenschaften in Trondheim fast 100 Wissenschaftler/innen mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Frieden, Konflikt und Sicherheit. mehr »
Gemessen an seinen Naturschätzen ist Ecuador eines der reichsten Länder der Welt. Etwa 26 Prozent seiner Fläche steht bereits unter Naturschutz. Das Management dieser Gebiete befindet sich oft in einem Spannungsfeld zwischen dem Schutz der Natur und den wirtschaftlichen Bedürfnissen der Menschen: Die lokalen Anwohner sind oft direkt auf die Verfügbarkeit der Ressourcen angewiesen. Wenn ihnen der Zugang zu angestammtem Land verboten wird, sind Frustration und Ablehnung gegenüber der Naturschutzinitiative groß – selbst dann, wenn prinzipiell Einigkeit über ihren Nutzen besteht. Bei der Ausweisung des Nangaritza-Schutzwaldes im Süden Ecuadors gipfelte die anfängliche Skepsis der Bevölkerung in Gewalt und Geiselnahme. In einem Fachheft des Deutschen Entwicklungsdienstes analysiert ein Mitarbeiter der betroffenen Naturschutzorganisation selbstkritisch die Ursachen mehr »
Das wichtige Ziel, bis 2010 den dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten, hat die Staatengemeinschaft weit verfehlt. Dem aktuellen Global Biodiversity Outlook zufolge nähert sich die Umweltzerstörung bereits sogenannten Kipp-Punkten, deren Überschreiten irreversiblen Schaden und den Kollaps ganzer Ökosysteme bewirken könnte – mit katastrophalen Folgen für alle Lebensbereiche auf der Erde. Das Internationale Jahr der Biodiversität soll nun die entscheidenden Impulse für eine Trendwende setzen. Ein wichtiger Schritt dahin ist im Juni gelungen: Vertreter von 90 Staaten haben die Einrichtung eines internationalen Gremiums beschlossen, der „Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES)”. Ähnlich dem Weltklimarat (IPCC) soll es Entscheidungsträgern unabhängige und glaubwürdige Informationen über den Zustand der Biodiversität liefern und wissenschaftliche Erkenntnisse in Handlungsoptionen überführen. Die UN-Generalversammlung wird im September in ihrem High-Level Panel über seine formelle Einrichtung diskutieren. mehr »
Was hat die Wall Street mit Konfliktressourcen aus dem Kongo zu tun? Sehr viel, wenn es nach dem US Gesetz zur Finanzmarktreform (Financial Reform Act) geht. Versteckt in einem Anhang der vielfach als Meilenstein gepriesenen Finanzreform wurden nun Maßnahmen verankert, die vermeiden sollen, dass der Handel mit Ressourcen wie Tantal bewaffneten Gruppen in der Demokratischen Republik Kongo zugutekommt. Zahlreiche US Firmen – wie etwa PC- und Mobiltelefonhersteller – müssen demnach jährlich in einen Bericht offenlegen, ob ihre Produkte Rohstoffe wie Zinn, Wolfram oder Tantal enthalten, die aus dem Kongo oder einem der angrenzenden Länder stammen. mehr »
“Our security as a global community depends on the extent to which we preserve our soils because enhancing soil anywhere enhances life everywhere, and grounds security.” Der Generalsekretär der UN Konvention zur Wüstenbekämpfung (UNCCD), Luc Gnacadja, verwendete deutliche Worte, um auf die Krise der Böden hinzuweisen und die fehlende politische Unterstützung für ihre Bewältigung anzuprangern. In seiner Rede auf dem Caux Forum on Human Security, das am 19. Juli in der Schweiz stattfand, umriss er ein Konzept der „soil security“ und erinnerte an die vergessene, latente Krise der fortschreitenden Bodendegradation.
Der Boden sei die Grundlage jeglichen Lebens und spiele eine zentrale Rolle für Produktivität und Gleichgewicht der Ökosysteme. Dennoch, so Gnacadja, werde der zunehmenden katastrophalen Übersäuerung, Verschmutzung und Verarmung der Böden weltweit kaum Beachtung geschenkt. mehr »
Der Nobelpreisträger und amerikanischer Energieminister Steven Chu hat eingeladen und sie sind zahlreich erschienen: 24 Regierungsdelegationen fanden ihren Weg nach Washington, um am 19. und 20. Juli das „first ever“ – so die amerikanische Ankündigung – Clean Energy Ministerial (CEM) zu begehen. Bereits 2009 hatte Präsident Obama das Major Economy Forums on Climate and Energy (MEF) ins Leben gerufen, das den internationalen Klimaschutzprozess unterstützen soll und hierfür bereits in Kopenhagen eine Reihe von Technologie-Aktionsplänen zu verschiedenen Segmenten kohlenstoffarmer Energieversorgung vorgelegt hatte. Die Delegationen in Washington suchten diesen Faden nun aufzunehmen, einzelne Empfehlungen aus den Plänen aufzugreifen und weiterzuentwickeln. mehr »
Wie könnte sich ein massiver Ausbau des Klimaschutzes auf Öl exportierende Länder auswirken? Diese Frage war kürzlich Thema einer Veranstaltung des Environmental Change and Security Program (ECSP) des Woodrow Wilson Center. Eine Reihe von Ländern hängt nach wie vor vom Ölexport als primärer Einkommensquelle ab. Würde der Ölpreis wegen eines massiven Rückgangs des Ölkonsums abrupt oder ohne eine Entwicklung alternativer Einkommensquellen wegbrechen, könnte diese Staaten schweren Krisen ausgesetzt werden – so eine häufig geäußerte Vermutung. Doch wie würden diese Staaten mit einer solchen Krise umgehen? Was wäre, wenn sie bestimmte Leistungen für die Gesellschaft nicht mehr bereitstellen könnten: Droht dann eine Schwemme kippender Staaten? Kommt es zu Repressionen von Eliten, deren Stellung sich durch globale Klimapolitik deutlich schwächt. Entsprechend Befürchtungen äußert zum Beispiel Stacy Van Deveer der University of New Hampshire (Siehe auch: http://www.youtube.com/watch?v=McDUn03hMC4&feature=player_embedded). Thomas Friedman, Kolumnist der New York Times, dagegen sieht die Zukunft nicht ganz so düster. Für ihn bleibt diesen Staaten bei fallenden Ölpreisen nichts anderes übrig, als sich zu öffnen und zu demokratisieren (Siehe Artikel: http://www.nytimes.com/2009/06/24/opinion/24friedman.html?_r=1). mehr »
Die katastrophalen sanitären Strukturen in Slums in Nairobi sind ein wesentlicher Auslöser von genderbezogener Gewalt. Amnesty International rückt in seinem jetzt veröffentlichten Bericht „Insecurity and Indignity: Women’s experiences in the slums of Nairobi“ diese oftmals vernachlässigte Dimension der Umweltsicherheitsdebatte in den Blickpunkt. Demnach versucht zwar die kenianische Regierung im Zuge ihrer Bemühungen um die Umsetzung der Millenniumentwicklungsziele, auch die Problematik fehlender sanitärere Infrastrukturen anzugehen. Das konkrete Risiko für Frauen, Opfer von Gewalt zu werden, wird hierbei jedoch nicht adressiert – ganz abgesehen davon, dass sich Entwicklungsfortschritte nur in Ansätzen abzeichnen. mehr »
Ein Gastbeitrag von Korinna Horta, Ph.D., Urgewald e.V. / AG Tschad
Während die entsetzliche Ölkatastrophe im Golf von Mexiko Schlagzeilen macht, erreicht eine andere Öltragödie den zehnten Jahrestag ihres Bestehens – und ein Ende ist nicht in Sicht.
Im Juni 2000 bewilligte die Weltbank die Finanzierung eines höchst kontroversen Ölprojekts, das von einem internationalen Ölfirmenkonsortium unter der Leitung von Exxon Mobil angeregt wurde. Das Projekt beinhaltete Ölbohrungen in dem Binnenstaat Tschad sowie den Bau einer 1046 Kilometer langen Ölpipeline durch das benachbarte Kamerun bis zur atlantischen Küste, von wo das Öl nach Europa und die Vereinigten Staaten verschifft wird. Mit geschätzten Kosten von 6,5 Milliarden Dollar ist das Tschad-Kamerun Öl und Pipeline Projekt die größte Investition auf dem afrikanischen Kontinent. Sie übertrifft bei weitem das vor der Finanzkrise vier bis fünf Milliarden starke Jahresbudget der Weltbank für ganz Sub-Sahara-Afrika. mehr »